Wer eine Radreise nach Spanien in Erwägung zieht, stößt schnell auf die bekannten Regionen. Meist direkt über die Grenze rund um Girona, im Baskenland oder weiter unten an der Küste der Costa Blanca. Aber wer weiterblickt als nur die bekannten Namen, sieht Regionen, die sich durch ihr einzigartiges Angebot an Radfahrmöglichkeiten hervorheben. Eine dieser Regionen ist Extremadura.

In dieser relativ unbekannten Region finden Sie eine Reihe von Perlen. Perlen, die Sie sagen lassen werden: Dort muss ich hin! Wir nehmen Sie mit zu den Highlights von Extremadura. Für wen nicht weiß, über welche Region wir sprechen, holen wir die Karte hervor.
An der Westseite Spaniens, an der Grenze zu Portugal, knapp oberhalb Andalusiens finden wir Extremadura. Die Region ist relativ dünn besiedelt und bekannt für ihre Hauptstadt Mérida, wo man viel römische Geschichte findet. Außerhalb der Städte findet man unter anderem den Nationalpark Monfragüe als absoluten Höhepunkt.
Grüner Kies Wege – Vias Verdes
Wenn Sie die Region wirklich entdecken wollen, dann ist das perfekt über die verschiedenen ‘Green Ways’, die quer durch die Region führen. Die Vias Verdes sind alles alte Eisenbahnlinien, die im Laufe der Zeit ungenutzt blieben. Inzwischen wurden diese zu Rad- und Wanderwegen umgebaut, die für jedermann gedacht sind. Aber sie sind vor allem herrlich, um Gravelbike zu fahren! Insgesamt gibt es 170 km an Vias Verdes in Extremadura zu entdecken, aufgeteilt in vier Routen. Sie geben einen schönen Einblick in die Region.






Route des Silbers
Im Norden der Region finden Sie ‘La Plata’. Dieser Grüne Weg verläuft von Baños de Montemayor nach Plasencia. Dies ist nur der Grüne Weg-Teil, denn die gesamte ‘Ruta de La Plata’ verläuft von Norden nach Süden (oder umgekehrt) durch ganz Extremadura. Dies ist die bekannte ‘Silberstraße’, die den Norden mit dem Süden verbindet.
Wegen der Anziehungskraft, die Santiago de Compostela hat, fahren viele Silberroute von Süden nach Norden. Das kann auch damit zusammenhängen, dass man dann in der Sonne beginnen und in der Sonne enden kann, je nachdem, wie viel Zeit man dafür haben möchte. Diese Via Verde lässt sich also perfekt mit einer längeren Tour kombinieren, oder wenn man einfach nur ein Stück der Silberroute fahren möchte. Fahren Sie mit dem Gravelbike einen schönen Tag lang, oder machen Sie eine Wochenend-Bikepacking-Tour, bei der Sie für die Rückfahrt eine andere Route nehmen. Oder entscheiden Sie sich für ein Wellness-Bikepacking und fahren Sie in die Thermen in Baños de Montemayor und/oder Salugral (Hervas).
Die ganze Silberroute durch Extremadura ist 339 km lang, der Abschnitt zwischen Plasencia und Baños ist ‘nur’ 49 km. Berücksichtigen Sie die Höhenmeter, fast 700 insgesamt. In der Nähe finden Sie unter anderem den Mirador La Garganta und den Corral de los Lobos. Kurz hinter der Grenze zu Kastilien und León finden Sie das Navamuño-Reservoir und die dazugehörige Talsperre. Immer beeindruckend. Vergessen Sie nicht in diesem Gaudí-Jahr das Baumhaus ‘Casita del Árbol y Fantasia de Gaudi’. Liegt in geringer Fahrradentfernung von Baños.
Monfragüe
Das Nationale Park von Extremadura ist Monfragüe. Wenn Sie Offroad-Radsport betreiben (Gravel oder MTB) oder überhaupt in der Region Rad fahren, ist dies ein Muss. Die Via Verde folgt der alten Eisenbahnlinie zwischen der Stadt Cáceres und Madrid. Die Route im Monfragüe-Park ist nur 17,8 km lang, aber wir beleuchten sie hier gerne wegen ihrer Schönheit. Sie fahren direkt entlang der Eisenbahn und in der von uns beigefügten Route fahren Sie danach weiter in den Park. Im Park finden Sie eine Vielzahl von Vogelarten und Sie können auch die Biodiversität in diesem Naturpark genauer unter die Lupe nehmen. Wunderschöne Felsformationen in allen Farben, eine alte Burg, einige schöne Aussichtspunkte.


Die Route ist insgesamt 55 km lang und Sie können optional mit dem Zug nach Monfragüe fahren, um dann weiterzufahren. Auf der Route fahren Sie auch über die Tiétar-Talsperre, am gleichnamigen Fluss.
Vegas del Guadiana
Dies ist eine wunderschöne ‘Drei-in-eins-Route’. Sie folgen hier der alten Bahnstrecke von Talavera de la Reina nach Villanueva de la Serena. Was tut der Name. Talavera liegt in Kastilien-La Mancha, daher verläuft die Route von Villanueva bis nach Logrosán. Insgesamt sind dies 57 km einfache Strecke. Diese Route dreht sich wirklich um die Bergbauvergangenheit der Region.
Nicht nur bewegst du dich damit von der Provinz Cáceres nach Badajoz. Du bekommst hier die wunderschönen Felder serviert. Zusätzlich fährst du hier durch die ‘Dehesa’, was sich am besten als eine Art Savannengebiet mit Korkeichen beschreiben lässt, wo es ideal ist, u.a. Iberico-Schweine zu hüten (und schließlich zu schlachten). Obwohl letzteres etwas hart klingt, ist es doch ein Gebiet, das ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz bietet.
Auch die Berge, die durch einen Ozean geformt wurden, der dort vor Millionen von Jahren lag, machen es zu einem einzigartigen Gebiet.
Die Route bietet noch etwas extra: Sie ist das perfekte Winterquartier für Zugvögel wie die Kraniche, die dann die Wärme Spaniens aufsucht im Gegensatz zur Kälte Nordeuropas. Auch finden Sie hier den wunderschönen Staudamm an der Sierra Brava.
Diese Route ist einfach mit dem Camino Natural de Guadiana im Süden oder dem Camino Natural de Villuercas (im Norden) zu verlängern.
Die Jayona
Zwischen Fuente del Arco und Peñarroyo (in der Provinz Córdoba) gab es früher auch eine Eisenbahnlinie, die den Bergbau unterstützte. Wenn du diese Route fahren möchtest, fährst du in den Süden von Extremadura. Der Ursprung dieser Via Verde liegt am La Jayona Mine, ein ehemaliges Eisenerzbergwerk, das zur Bedeutung dieser Route beitrug. Man kann die Mine auch besichtigen und sie ist eines der Nationaldenkmäler von Extramadura (und damit ein Muss. Sorgen Sie aber für gutes Schuhwerk). Außerdem kommen Sie auf dieser 30 km langen Route auch an der ‘Sixtinischen Kapelle von Extremadura’ vorbei, der Eremitage des Ara, dagegen. Machen Sie hier auf jeden Fall einen Stopp, allein schon wegen der wunderschönen Malereien.
Andere opties om de regio op de fiets te ontdekken
Es gibt eine Reihe von anderen Routen, die Sie ausprobieren können. Im Geopark Villuercas-Ibores-Jara können Sie von Norden nach Süden oder von Süden nach Norden wandern. 66 km insgesamt sind perfekt für eine Tageswanderung, beginnend in Bohonal de Ibor oder in Guadalupe. Hinweis: Diese Route hat ein erhebliches Höhenprofil. Abhängig von Ihrem Ausgangspunkt liegen die Höhenunterschiede zwischen 1300 und 1500 Höhenmetern. Sie benötigen also etwas Zeit dafür. Es ist nicht unbedingt sehr technisch.
Hotel-Tipps
Einer der besten Orte zum Schlafen in Spanien während eines Fahrradurlaubs ist ein fahrradfreundliches Hotel. Fahrradfreundliche Hotels finden Sie in einem ‘Parador’. Ein Parador ist ein altes, stattliches Gebäude, wie z.B. Burgen, Paläste, Klöster, Landhäuser, die eine wirklich einzigartige Schlafumgebung bieten. In Extremadura gibt es mehrere ‘Paradores’, unter anderem in Placensia wo diese ist in einem alten Kloster gelegen.
Auch in Jarandilla de la Vera, im Norden, finden Sie mehrere schöne Optionen, unter anderem das Hotel Route Hotel Kaiserstraße.
Wie komme ich dorthin?
Diese Region in Spanien ist vielleicht etwas weniger bekannt, weil sie keinen internationalen Flughafen hat. Für direkte internationale Verbindungen bist du auf Sevilla (ca. 3 Autostunden entfernt) oder Madrid angewiesen. Von beiden Flughäfen reist du dann weiter mit dem Zug oder mit einem Mietwagen.
Wenn Sie in der Nähe landen möchten, können Sie auch mit einem Umstieg nach Flughafen Badajoz reizen. Dort gibt es einen Flughafen mit mehreren Inlandsflügen täglich, u.a. nach Madrid
ZugEine andere Option ist die öffentliche Verkehrsmittel, wo Sie dann über das Zentrum von Madrid reisen werden. Rechnen Sie mit einem Tag Reise nach Madrid über Bayonne und dann noch eine kurze Fahrt nach Mérida oder Cáceres.
AutoMit dem Auto ist es ein zweitägiger Ausflug und vielleicht sogar ein dreitägiger. Es sind nämlich 2100 km Fahrt von Utrecht nach Mérida. Halten Sie dann irgendwo zwischen Bordeaux und Bayonne an, oder wenn Sie ihn in drei Teile teilen, halten Sie zwischen Paris und Bordeaux an und danach noch in Burgos oder Valladolid.
Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit für Extremadura ist zwischen März und Juni und im Herbst, zwischen September und November.
Die feinsten Temperaturen finden Sie im März-April und September-November. Es liegt etwas mehr im Inland als die Nachbarregion Andalusien, also rechnen Sie mit kälteren Temperaturen im Winter. Nichtsdestotrotz, es ist dort immer noch herrlich, selbst im Herbst und Winter.
Mehr über das Reisen in Extremadura erfahren? Sehen Sie dann für weitere Informationen und die neuesten Nachrichten auf der Website von Extremadura-Tourismus