Andermatt ist eine absolute Traumregion für Rennradfahrer, Gravel-Fahrer und MTB-Fahrer. Andermatt gehört auch in eine besondere Liga. Es gibt nur wenige Orte in Europa, die untrennbar mit den umliegenden Pässen verbunden sind. Sagt man Bormio, denkt man an das Stilfser Joch (Stelvio). Le Bourg d'Oisans kann in einem Atemzug mit Alpe d'Huez genannt werden und niemand würde das Dorf Bédoin ohne den legendären Mont Ventoux kennen. Andermatt im Schweizer Kanton Uri hat das auch. Von Andermatt aus haben Sie sogar zwei (oder eigentlich vier) Pässe, die direkt mit ihm verbunden sind. Sagen Sie Andermatt, sagen Sie Furkapass und Gotthardpass. Deshalb ist Andermatt einer der besten Ausgangspunkte für ein großes Kletterabenteuer in der Schweiz. Warum Sie in Andermatt Rad fahren sollten? Das erklären wir Ihnen gerne!
Fotos: Dennis Knuist - Femke Meijer - Ruben Hoogland

1) Es geht um die legendären Schleifen
Wenn Sie nach Andermatt fahren, führt kein Weg daran vorbei: Der Furkapass und die ‘Tremola’ (alter Gotthard, mit Kopfsteinpflaster) liegen Ihnen zu Füssen. Sie sollten unbedingt auch die klassische Rundreise mit dem Furka-Nufenen-Gotthard-Pass oder (umgekehrt) Gotthard-Nufenen-Furkapass machen. Insgeheim empfehlen wir die zweite Variante, weil man dann neben der Furka auch die schönste Seite des Gotthards zu sehen bekommt. Und genau darum geht es bei dieser 105 km langen Rundtour mit knapp über 3000 Höhenmetern. Aber Achtung: Sie müssen auf das Wetter achten, denn auch im Sommer kann es stürmen. So wurde unsere klassische Runde einmal Mitte Juli ruiniert, und auch ein früherer Besuch in der Region gipfelte im September in einem Schneesturm. Nicht schlecht, könnte aber besser sein.
Trotzdem ist es dort wunderschön. Und neben diesem absoluten Klassiker können Sie auch andere atemberaubende Pässe besichtigen. Die folgenden Pässe sollten Sie unbedingt auf Ihrer Bucket List haben:
- Süstenpas
- Grimselpass (nach der Furka)
- Lukmanier
- Oberalp
- Klausenpass
- Passo di Carí


Letzteres ist empfehlenswert, wenn Sie eingeschneit werden sollten. Denn dann können Sie den Pass mit dem Auto überqueren und im Tessin ist es oft schön sonnig! Praktisch (und wichtiger als man denkt): Passagen prüfen, beginnen Sie früh, Licht mitbringen (insbesondere in den Tunneln).
2) Für Radfahrer gemacht
Andermatt positioniert sich nachdrücklich als Veloregion: Sie beherbergt unter anderem Tudor Pro Radsport (das Team des ehemaligen Profis Fabian Cancellara) und setzt auf die Radinfrastruktur. Wenn Sie dann an ein Radsporthotel denken, ist es am besten, wenn Sie das Radisson Blu in Andermatt buchen. Dieser ist voll ausgestattet mit einem Waschbereich, einem sicheren Abstellraum und Sie können an Ihrem Fahrrad basteln.

3) Nicht nur Asphalt: MTB und Schotter
Wer den Asphalt ab und zu verlassen will, ist hier ebenfalls richtig. Neben den bekannten Pässen gibt es in der Region auch Täler und (Schotter-)Strassen wie Unteralp und Witenwasserntal und sogar eine militärhistorische Route (Bäzstrasse). Ideal für jene Tage, an denen man zwar lange draussen sein möchte, aber etwas weniger auf “Col-Jagd” geht. Mountainbiken ist in der Region Sedrun-Disentis möglich, mit der Andermatt eine Dreieinigkeit bildet. Die Routen und Tipps finden Sie hier
4) Der Furka-Pass: Pflichttarif
Die Furka ist eine dieser Steigungen, die man nicht wirklich “fährt”, sondern erlebt. Allerdings muss ich auch sagen, dass man seine Zeit gut planen muss. Großer Tipp: Fahren Sie diesen Anstieg nicht an einem Sonntag oder Feiertag, mitten am Tag. Zu viele andere verderben einem die Fahrt. Es ist ein schöner, nicht zu steiler Anstieg, der in Bezug auf die Aussicht und die Eindrücke nur wenige Konkurrenten hat. Die berühmteste Seite ist die Westwand, mit der Passage am legendären Hotel Belvédère.
Auf CyclingDestination haben wir zuvor Inhalte erstellt, in denen die Furkapas zentral Staat, überprüfen Sie auch das besonders.

5) Warum gerade im Sommer?
Denn Andermatt bietet Ihnen eine klassische “Coolcation”: frische Bergluft, lange Tage und Routen, die Sie von Pass zu Pass ziehen. Und nach der Fahrt: Terrassen im Dorf oder einfach die Ruhe der Berge genießen. Ein weiterer Grund, im Sommer zu kommen? Die höchsten Pässe sind manchmal noch geschlossen. Dann ist das Radfahren schwierig.
Veranstaltungstipp: Wenn Sie mal wieder etwas Cooles machen wollen, ist die Brevet Alpin aber sehr empfehlenswert.
Miniplanung: 3 Tage Basecamp Andermatt
- Tag 1Oberalp (nur zum Aufwärmen, vielleicht mit dem Lai da Curnera?)
- Tag 2: Furka - Nufenen - Gotthard (Tremola als krönender Abschluss)
- Tag 3Susten - Grimsel - Furka (der echte Postkartentag)
Unterkunftstipps in der Region