Die Steiermark nennt sich selbst die Grünes Herz von Österreich. Das klingt wie ein Werbespruch einer Tourismusagentur, aber die Region hat etwas Besonderes: In einem Bundesland fährt man auf bergigen Forststraßen auf 1.500 Metern Höhe in hügelige Weinberge, die man hier “Steirische Toskana” nennt. Und all die Forststraßen, Wirtschaftswege und sonstigen Pfade dazwischen? Die wurden zwar für die Forst- und Landwirtschaft gebaut, funktionieren aber perfekt auf einem Schotterrad.
Die offiziellen Schotterrouten sind jetzt eingerichtet, das Netz der Radhotels steht, und die Abwechslung in Oberfläche und Landschaft ist für eine Region groß. Zeit, herauszufinden, wie man es als niederländischer Schotterfahrer geschickt anstellt.
Schnelle Wahl: Wenn Sie Höhenmesser und Panoramen wollen, gehen Sie zu Schladming-Dachstein im Norden. Wenn Sie eine Stadt als Basis mit kurzen Schleifen in den Schotter wollen, dann wählen Sie Graz. Und wollen Sie zwischen Weinbergen fahren, in einer Therme enden und zwischendurch in einem Buschenschank einkehren? Dann ist die Süden Ihr Platz.
Schladming-Dachstein - schroff, gebirgig, schön!
Der Norden von Steiermark geht es dann richtig in die Berge. Denken Sie an breite Waldwege, Bergwiesen und Ausblicke auf den Dachstein-Gletscher. Der Untergrund hier ist meist unbefestigt: Waldwege, manchmal schlammig, manchmal fest gepackt. Sie wollen hier nicht mit 32 mm stehen.
Eine Route, die besonders hervorsticht, ist die Sarstein-Tour: Etwa 45 km durch das Ausseerland-Salzkammergut mit Schotterstraßen, Hängebrücken und Ausblicken auf Bergseen. Würzig, aber abwechslungsreich. Es gibt auch Rundwege um den Dachstein und Viehberg die sich für mehrtägige Wanderungen mit dem Fahrrad eignen.
Wichtig zu wissen: In der Region gibt es auch Bikeparks (wie in Schladming selbst), und Sie sind dort mit einem Schotterfahrrad absolut erlaubt nicht Reiten. Diese sind für Downhill- und MTB-Ausrüstung reserviert. Halten Sie sich an die ausgewiesenen Schotterrouten und Sie werden gut zurechtkommen.
Graz - zwischen Stadt und Land
Graz ist als Schottervorposten erstaunlich schick. Die Stadt liegt in einer Art U-Form zwischen den Bergen im Norden und den offenen Ebenen im Süden. Schon nach ein paar hundert Metern fährt man auf den Schotter. Übrigens ist Graz auch ein wirklich schöner Ort für eine Rennradtour.
Lesen Sie das hier:
Die Schöcklblick Tour ist ein guter Einstieg: Sie beginnen mit dem Mur-Promenade, fährt durch die Leechwald (schöner Schotter) in Richtung der Basilika Mariatrost, mit Blick auf die Schöckl. Bei der Rückkehr in die Stadt folgen Sie dem Mur-Radweg (R2), eine schnelle Schotter-/Asphalt-Autobahn, die in Nord-Süd-Richtung durch das Stadtzentrum führt.
Graz eignet sich gut, wenn man drei, vier Tage Zeit hat und jeden Tag eine andere Runde fahren möchte. Danach sitzt man einfach in einer Stadt mit gutem Kaffee und Essen. Es ist eine praktische Basis.
Thermen- & Vulkanland / Südsteiermark - Wein, Wellness und Schotter
Der Süden von Steiermark ist die entspannte Variante. Sanfte Hügel, Weinberge, Thermalbäder und eine Atmosphäre, die eher nach Slowenien als nach den Alpen riecht. Aber unterschätzen Sie es nicht: Diese Hügel haben es in sich.
Das Segment Neustift nach Mureck ist Teil des größeren Schotter Österreich-Netzes. Etwa 50 km entlang der Thermische Kreislaufführung (R12), mit Blick nach Slowenien und Ungarn. Wer den Süden wirklich erkunden will, fährt die Remschniggalm Tour, die Sie auf die südlichste Alm der Steiermark führt. Eine Mischung aus Asphalt und Schotter und die Art von Strecke, bei der man auf halber Strecke in einer Buschenschank auf ein Glas Wein und eine Brettljause einkehrt.
Radlerhotels in der Steiermark
Die Steiermark arbeitet mit der Bett+Fahrrad-Zeichen, ursprünglich vom deutschen Radsportverband ADFC. Wenn Sie dieses Logo sehen, haben Sie in der Regel Recht, was die Grundlagen betrifft. Genauer gesagt, bedeutet es:
- Abschließbarer, überdachter Fahrradraum
- Grundlegende Werkzeuge vor Ort (oder im nächsten Fahrradgeschäft)
- Trocknungsbereich für nasse Kleidung
- Sportliches Frühstück mit ausreichend Kohlenhydraten
- Möglichkeit für eine Übernachtung, nützlich für Bikepacking
Nachstehend finden Sie eine Auswahl an fahrradfreundlichen Hotels in der Region.
Wie kommt man aus den Niederlanden dorthin?
Österreich ist leicht zu erreichen, und die Steiermark ist da keine Ausnahme. Dies ist der einfachste Weg, um an Ihr Ziel zu gelangen:
Auto: Von Utrecht zu Graz es sind etwa 1.050 bis 1.100 km, rechnen Sie mit 10,5 bis 12 Stunden Fahrzeit (über Köln, Frankfurt, Passau). Praktisch, wenn man zu zweit oder mit mehreren Personen fährt und viel Gepäck mitbringt. Sie haben Ihr Auto vor Ort, was im Norden um Schladming sehr angenehm ist.
Zug (Nightjet): Der ÖBB Nightjet fährt am Abend von Utrecht Zentral (und führt Sie zu Wien (um 09:17) oder Innsbruck (gegen 09:14 Uhr). Von Wien nehmen Sie einen Railjet nach Graz, weitere 2,5 Stunden. Sie gewinnen einen Tag. Die Optionen reichen von Sitzplätzen bis zu privaten Schlafwagenabteilen mit eigener Dusche.
Aber mal ehrlich: Die Plätze im Nightjet sind begrenzt und müssen separat reserviert werden. Buchen Sie frühzeitig, denn voll ist voll.
Fliegen: Von Schiphol zu Wien (VIE) oder Graz (GRZ), oft mit Umsteigen in München. Unter KLM Sie müssen Ihr Fahrrad mindestens 48 Stunden im Voraus anmelden. Das Fahrrad kommt in eine Box oder Hülle (KLM verkauft in Schiphol Fahrradboxen aus Pappe für 30 €), Lenker drehen, Pedale aus, Reifendruck runter. Und für diejenigen, die ein E-Bike fahren: Der Akku ist nicht erlaubt. Nicht im Frachtraum und nicht in der Kabine. Planen Sie also entsprechend.
Siehe auch: Fliegen mit dem Fahrrad: Die besten Fluggesellschaften, Kosten und Tipps für Radreisen
Was bringen Sie mit?
Der steirische Schotter reicht vom glatten Kanalweg bis zur schroffen alpinen Forststraße. Breite Reifen (35-45 mm) sind kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, besonders im Norden. Nehmen Sie auch einen breiten Gang mit: Die Steigungen um Schladming Ob die Schöckl bei Graz sind steil und lang.
Und wieder: Bikeparks sind für Schotterfahrräder tabu. Halten Sie sich also an die Schotterstraßen.
Welche Basecamps fehlen noch?
Dies ist eine erste Erkundung der Steiermark als Schotterdestination. Wir sind neugierig: Waren Sie schon einmal hier? Haben Sie Routen, die wir kennen sollten, oder ein Hotel, in dem Ihr Schotterrad gut behandelt wird? Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!