Thailand und Radfahren. Zwei Wörter, die man nicht schnell im selben Satz erwartet. Ich jedenfalls nicht. Mein Bild von Thailand bestand aus Hitze, Feuchtigkeit, Full Moon Partys und Ladyboys. Plus sehr leckeres Essen. Aber Radfahren? Nein. Bis wir für ein paar Wochen in Chiang Mai verbrachten und feststellen mussten, dass dies einer der besten Orte ist, die wir jemals mit dem Fahrrad entdeckt haben. Chiang Mai ist zu Recht das beste Fahrradziel Thailands.
Text und Fotos: Gijs Louter
Asphalt den du nicht erwartest
Das Erste, was auffällt: Die Straßen sind gut. Nicht “gut für Südostasien”, einfach gut. An vielen Stellen besser als das, was man in Europa antrifft. Glatt, breit, gut instand gehalten. Ja, es gibt Abschnitte, bei denen man besser aufpasst, aber das gilt für jedes Reiseziel.
Die Vielfalt der Routen macht es erst richtig interessant. Von Chiang Mai aus kann man in alle Richtungen fahren. Lange Bergstrecken mit ordentlichen Höhenmetern in Richtung Norden und Westen. Entspannte Rundfahrten durch das Landesinnere, vorbei an Dörfern, Tempeln und Reisfeldern. Oder der Doi Inthanon, der höchste Berg Thailands: mehr als 30 Kilometer Anstieg, Abschnitte von 17%, und auf dem Gipfel steht man auf 2.565 Metern mit leeren Beinen und einem Lächeln, das nicht mehr verschwindet.



Flat whites mit Blick auf die Reisfelder
Der Kaffee und Kuchen in Thailand sind besser als in Italien. Das klingt nach einer lächerlichen Behauptung, aber es ist einfach so. An den abgelegensten Orten, irgendwo auf halbem Weg einen Anstieg, steht ein kleines Café mit einem perfekten Flat White und einem Käsekuchen, der dich vergessen lässt, dass du gerade eine Stunde lang hochgestapft bist.



Thailand ist sowieso ein Land, in dem man als Radfahrer verwöhnt wird. Pad Thai umsonst, Smoothies, die man mehrmals am Tag bestellt, und nach jeder Fahrt eine Massage für ein paar Euro. Es klingt wie ein Klischee, aber man gewöhnt sich so schnell daran, dass die Rückkehr nach Holland ein wenig weh tut.
Die Radfahrer um sechs Uhr morgens
Thailand hat ein Fahrradkultur die in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Zwischen sieben und acht Uhr morgens ist es schon voll rund um Chiang Mai: Gruppen von Radfahrern brechen in die Berge auf, um der Hitze davonzufahren. Es ist eine offene, entspannte Szene, der man sich leicht anschließen kann.
Die ultimative Route in der Region ist die Mae Hong Son Schleife. Mehr als 600 Kilometer durch den abgelegensten Teil Nordthailands, mit etwa 14.000 Höhenmetern. Wenig Verkehr, spektakuläre Natur, Dörfer, in denen Touristen eine Seltenheit sind. Die Art von Route, die einen als Radfahrer sprachlos macht.
Fahre mit Channika
Ein Tipp: Fahren Sie mit Channika von Chiang Mai Radfahren Buddy. Sie kennt jede Route, jeden Kaffeepunkt und jede Kurve, auf die man achten muss. Für einzelne Tagesausflüge, für die Mae Hong Son Loop oder für andere mehrtägige Touren mit Begleitfahrzeug und allem, was dazu gehört. Fahrräder mieten ist auch möglich. Einfacher geht es nicht.


Elefanten auf dem Klettern
Wo hast du das noch: Radfahren zwischen Elefanten auf dem Weg nach oben. Es sind diese Momente, die Thailand als Radreiseland so besonders machen. Die Landschaft verändert sich ständig. Reisfelder, Dschungel, Bergpässe, Tempel. Und überall Menschen, die dich anlächeln, als ob sie dich schon kennen.
Und dann ist es auch noch günstig. Unterkunft, Essen, Fahrräder, alles kostet nur einen Bruchteil von Südeuropa. Das macht drei Wochen Radfahren in Chiang Mai plötzlich sehr erreichbar.
Praktisch
Beste Jahreszeit: Dezember bis einschließlich Februar. Trocken und angenehm warm. Ab März verschlechtert sich die Luftqualität aufgrund von Smog erheblich.
Aufenthalt Nimman, das schönste Viertel von Chiang Mai. Gute Restaurants, Cafés und ein perfekter Ausgangspunkt.
Fahrrad Fahrräder mieten bei Chiang Mai Cycling Buddy oder eigenes Fahrrad mitnehmen.
Nach der Fahrt: Lokales Essen, Smoothies, Massage. In dieser Reihenfolge. Oder durcheinander.
Packliste: Packliste für leichtes Rucksackreisen in Asien
Mehr Informationen: chiangmaicyclingbuddy.com